„Timber Drop“ – Fraispertuis City

Timber Drop

Timber Drop – Beyond Vertical…..

Ja, im Winkel von 90° abwärts ist verdammt steil und jede Dive Machine und jeder Eurofighter lebt von diesem Erlebnis, wenn man senkrecht nach vorne in einen Abgrund blickt, aber da geht noch ein bisschen mehr!

„Timber Drop“ heißt die Achterbahn, die einen sagenhaften First Drop von 112° hat. Die Anlage steht im kleinen Freizeitpark mit Westernthema “Fraispertuis City” in Jeanménil in den französischen Vogesen und wurde von der us-amerikanischen Firma S & S gebaut im Jahre 2011. Neben dem bereits erwähnten überirdisch steilen Drop besticht die Anlage noch durch eine extrem kleine Standfläche (62 × 15 m²), gelungenes schlichtes Theming und eine mehr als interessante Fahrweise. Auch die Wagen sind erwähnenswert – aber dazu später mehr. Die Anlage trug für eine Woche den Titel „Achterbahn mit dem steilsten Drop der Welt”, bevor sie von „Takabisha” im japanischen Fuji-Q-Highland mit ihrem 121 ° Drop vom Thron gestoßen wurde. Auf dem europäischen Kontinent ist sie immer noch der Rollercoaster der die steilste Abfahrt aufweist.

Dann starten wir eine virtuelle Fahrt:

Wir nehmen platz und schließen unseren Bügel, der aus Schoß- und Schulterbügel besteht. Schon geht es los und der Wagen rollt relativ fix über eine Rechtskurve auf den Lifthill – die Kette bringt den Wagen den steilen Lift hinauf. Oben angekommen folgt eine enge Rechtskurve und nachfolgend eine 180° Linkskurve.

Dann geht es unaufhaltsam mit dem Gesicht zuerst 20 Meter in die Tiefe. Doch Zeit zum Schreien bleibt kaum. Auch den ausgehöhlten Baumstumpf, den man passiert, nimmt man kaum wahr.

Mit Speed geht es wieder aufwärts und es wird eine schnelle links Kurve durchfahren. Der Wagen wird leicht abgebremst und eine Mauskurve nach links folgt, die nach außen geneigt ist, dann wechselt die Neigung nach innen und endet recht langsam kopfüber in einem halben Looping nach unten. Durch die Abfahrt kriegt der Wagen wieder Tempo, um wieder gut 20 Meter Höhe zu erklimmen. Als Finale folgen eine Rechtskurve, eine Heartline-Roll und eine Art Horseshoe, bevor die Schlussbremse greift. Die Überkopffiguren bieten jede Menge Hangtime und auch das macht die Fahrt so außergewöhnlich.

Wow – Wir sind begeistert!

Die Achterbahn vom Typ „El Loco”, erinnert ein wenig an Wilde Maus-Anlagen mit ihren scharfen Kurven, allerdings sind diese hier nach außen und innen überneigt und das gesamte Erlebnis ist aufregender, aber auch komfortabler. Während eine Wilde Maus, die in die Jahre kommt, schon etwas über die Schiene hoppelt, ist hier der Bewegungsablauf butterweich und stimmig. Der höchste Punkt ist 29,3 Meter hoch und es wird eine Schienendistanz von 420 Meter zurückgelegt. Eine Fahrt dauert 1 Minute 20 Sekunden bei maximalem Topspeed von 66 km/h und 3g Belastung. Der Park verfügt über fünf Wagen mit jeweils vier Sitzplätzen, was zu einer ernüchternden Kapazität von gerade mal 480 Personen pro Stunde führt, was hier bereits in den Sommermonaten zu langen Wartezeiten geführt hat. Das ist natürlich ein Wermutstropfen der für große Parks gar nicht tragbar wäre.

Die Wagen selber sind nichts Besonderes – vorne zwei Sitze und hinten zwei Sitze, die etwas erhöht sind -, aber das Bügelsystem schon. Es ist zweigeteilt – der Bauchbügel beschreibt ein Dreieck und wird von der Seite zum Körper herangezogen. Hinzu kommt eine Art Schulterbügelelement, das senkrecht runtergezogen wird und nur auf den Schultern aufliegt – ähnlich der Nachrüstung am Olympialooping. Diese Kombination macht eine optimale Anpassung an die Körpergröße möglich und die Mitfahrt ab 1,20 Meter. Eins sei gesagt: das System in Kombination mit der sehr tiefen Sitzschale und dem großen Sitzhöcker machen die Sitze so bequem.

Die Anlage war mit vier Millionen Euro die größte Investition, die der Park je getätigt hat.

Die Thematisierung lehnt sich an, an die majestätischen Redwood-Bäume. Immer wieder flitzen die Wagen durch gigantische ausgehöhlte Stämme. Auch rund um die Anlage sind Baumstümpfe gekonnt in Szene gesetzt.

Der Park hat sich passend zum Thema eine ganz besondere Aktion einfallen lassen. Man hat einen Besuchercounter installiert und pro 500 Besucher spendet man Geld, damit ein Baum in Benin gepflanzt werden kann. In 2011 waren das 293 neue Bäume. Dafür wurde eine Partnerschaft mit „Trees for Life“ eingegangen. Super Aktion, um auf die Abholzung der Wälder aufmerksam zu machen und einen kleinen Beitrag zu leisten.

Engagement und eine Achterbahn der Superlative – weiter so!

INFOS:

Hersteller: S & S, Typ: El Loco, Höhe:  29,3 m,  Baujahr: 2011 , Kapazität:  480 Personen pro Stunde, Fahrzeit: 1:20 Minuten Geschwindigkeit: 66 km/h, Thematisierung: Redwoodbäume, Holfäller

Besonderheiten: 112° Grad Drop

 

Erschienen im KOMET – Parkteil vom 20.September 2021!

Timber Drop, Onride

FOTOS:

VIDEO:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*